«Der Mensch wird am Du zum Ich»

(Martin Buber)

Worum es geht!

In einer Zeit, wo die Stimmen nach einer vergeltenden Gerechtigkeit lauter werden, muss es darum gehen, die eigentlichen Konflikte zu sehen und nicht aus dem Strafverfahren herauszunehmen. Hinter jedem Delikt, hinter jeder Straftat stehen menschliche Desaster. Delikte und Straftaten schaffen Wunden und Schmerz, zerstören Beziehungen zwischen Freunden, Familien, Gemeinschaften und in der Gesellschaft.

Die Folgen einer Straftat bzw. eines Unrechts wiederholen sich. Die Opfer entwickeln Ängste, aber auch Schuldgefühle – Familien brechen auseinander und das Leben wird plötzlich sinn- und inhaltslos. Die Täter entwickeln verschiedene Affekte:  auf der einen Seite Abwehr und Verdrängung, um sich nicht der Tat und den Gefühlen stellen zu müssen, andererseits Schuldgefühle und Ängste. Aber auch das Gemeinwesen (die community) – das Dorf, die Stadt, der Staat – sind betroffen: Straftaten und Unrecht schaffen volkswirtschaftlichen Kosten (Strafvollzug, Therapien, Versicherungen usw.) und provozieren Diskussionen über Sicherheit und Strafverschärfungen.

Wir brauchen ein heilendes Recht. Restorative Justice sieht Delikte, die daraus resultierenden Verletzungen und mögliche Heilungsprozesse nicht isoliert, sondern in Be­zug auf die beteiligten Individuen und insbesondere in Bezug auf den breiten sozialen Zusammenhang. Es geht vor allem um die Beziehungszerstörung und den Schmerz. Eine Gesellschaft und ein Rechtssystem sollte alles tun, um diesen Schmerz zu heilen.

Diese Webseite soll eine Möglichkeit sein, Gedanken für einen Wandel unseres Rechtssystem im Sinne der Restorative Justice zu teilen, und versteht sich – durchaus im Sinne des European Forum for Restorative Justice – als Forum, um Gedanken, Geschichten, Ideen und Entwicklungen zu teilen.

 

Ziele und Werte

  • Unterstützung von Restorative Justice Prozessen in Offenheit, Respekt und Wertschätzung.
  • Kein Leben ist wertlos. Dementsprechend sollte keine Person (auch kein Täter) durch ihr Vergehen definiert werden. Dieses Denken basiert auf der Anerkennung der fundamentalen Menschlichwürde und Menschenrechte für alle Menschen.
  • Unterstützung eines opferorientierten Strafrechts.
  • Austausch von Theorie und den politischen-rechtlichen Fragen im Sinne der Restorative Justice.
  • Austausch, Förderung und Weiterentwicklung von Ideen, Methoden und gesellschaftlichen Prozessen, die mit der Restorative Justice verbunden sind.

(Artikel und Gedanken können in diesem Sinn über die Kontaktadresse angeboten werden.)